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Was ist Neo-Tantra ?

Osho ist der Begründer des Neo-Tantras. Diese moderne Form des Tantra wurde aus der Interpretation alter tantrischer Schriften entwickelt. Osho - ehemals Bhagwan Shree Rajneesh oder Rajneesh Chandra Mohan Jain - ist ein indischer Philosophieprofessor, der Sexualität und Spiritualität auf tantrischer Tradition neu zusammengefasst und vom indischen und tibetischen Brauchtum befreit hat.  Er ist nicht un-umstritten  - im besonderen mit den Vorgängen seiner Oregon Kommune - aber hat die heutige alternative Therapieszene erheblich beeinflusst. Bei einigen klingelt sofort das Muster vom Sex-Guru als den sich Osho überhaupt nicht verstand. Auch die Frage ob die Osho Bewegung eine Sekte ganz oder teilweise ist, wird ganz unterschiedlich beantwortet. Osho selbst hat durch manche seiner Taten auch selbst zu diesem zweifelhaften Ruf beigetragen. Dennoch sind seine Schriften in fast jeder Buchhandlung zu finden. 

Teile seines Erbes ist als Neotantra im Westen immer populärer geworden und die Basis vieler - hierzulande zu findender - Tantraschulen. Das Neotantra arbeitet mit unterschiedlichen Elementen aus Meditation insbesondere Osho's dynamischen Meditationen Körperarbeit insbesondere Bioenergetik nach Lowen, Yoga, Atemübungen Massage und Bonding moderne Psychotherapeutische Methoden aus Gesprächs- und Paartherapie Grundlage der Psychoanalyse und Orgasmustheorie nach W. Reich und wurde in Deutschland im wesentlichen durch Andro ( Andreas Rothe - Diamond Lotus Institut), Advaita Maria Bach und Anand Margot (Skydancer Institut) beeinflusst.

Viele Tantralehrer haben bei diesen Lehrern ihre Ausbildung gemacht und ihr Tantra entwickelt. Gerade Anand Margot ist mit der Entwicklung des "höheren Sex" ein Meilenstein des Neotantras gelungen - mit Übungen, die vielerorts zum Einsatz kommen. Andro ist wiederum mit der Tantramassage und intensiven Yoga sehr bekannt geworden.

Je nach Schule und Anbieter werden mal mehr die Körperarbeit oder psychologische Elemente bevorzugt. Auch der Grad der expliziten Sexualität unterscheidet sich erheblich. Während Andro ein sehr rotes und explizit-sexuelles Tantra bevorzugt, so bieten viele Schulen ein Tantra zur Paartherapie oder zur Überwindung von Nähe-Distanzproblemen und Zulassen von Liebe an, die nicht notwendigerweise sexuell (im Sinne von angeleiteter Sexualität) sind.

Auch ist die Verbreitung und Durchführung von Ritualen je nach Anbieter unterschiedlich. Ein typisches Seminarwochenende beginnt in einem Seminarhaus, welches vegetarische Küche anbietet, bereits am Freitag abend mit dem Abendessen und einer ersten Kennenlern-Sitzung. Ein Seminartag startet mit einer Morgenmeditation und fährt dann mit diversen Gruppenübungen fort und gipfelt i.d.R. in einem Ritual am Samstag abend oder Sonntag. Auch sind mehrtägige oder trantrische Urlaube immer beliebter geworden. Ein Seminar kann sehr tiefe Veränderungen bewirken und stellt i.d.R. eine Berg- und Talfahrt der eigenen Gefühle dar. Ein geübter Seminarleiter gibt hier Raum und Unterstützung zur eigenen Weiterentwicklung. Manche Tantraschulen bieten auch Abendkurse und die meisten sogenannte geschlossene Jahresprogramme an.

Zum Schluss vielleicht nochmal kurz zurück zu Osho. Der Besuch eines Seminares hat mit Osho, seinen Ashrams und Zentren oder Sannyasins nichts zu tun, ausser dass man vielleicht in der Ecke ein Bild eines freundlich lächelnden Herren mit Bart und lustigem Käppi sieht.