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Was ist Bioenergetik ?

Bioenergetische Analyse integriert die Arbeit mit dem Körper, berücksichtigt die Beziehungen, in denen sich der Patient bewegt und seine persönliche Haltung. Diese drei Faktoren bedingen sich gegenseitig...Die Bioenergetische Analyse setzt an der Realität des Körpers an und arbeitet mit den Basisfunktionen von Beweglichkeit und Ausdruck. (Alexander Lowen NY 1963)

 

Bioenergetik - auch die bioenergetische Analyse genannt - ist ein körperpsychotherapeutisches Verfahren. Die Basis ist die ganzheitliche Auffassung des Menschens - Körper und Psyche bilden eine Einheit. Man kann über den Geist den Körper und über den Körper den Geist erreichen. Sie wurde von Alexander Lowen seit den 50er Jahren des 20ten Jahrhunderts entwickelt und fußt auf den Arbeiten von Wilhelm Reich in seiner "Charakteranalyse". Reich war ein Schüler von Sigmund Freud und beschäftigte sich im besonderen mit der Libido und entwickelte als früher Sexualforscher die Theorie des Orgasmusreflexes. Er beobachtete zudem bei verschiednen Charaktertypen und psychoanlaytischen Probleme Gemeinsamkeiten im Köperbau und Körperhaltung.

Wir gehen in der Bioenergetik davon aus, dass ein Mensch als Folge seiner frühen Beziehungsmuster eine Charakterstruktur entwickelt, die sich in psychischen und körperlichen Abwehrhaltungen äußert. Diese Abwehrhaltungen zeigen sich physisch in der Körperhaltung, in Atemmustern und muskulären Verspannungen, psychisch z. B. in typischen Verhaltensmustern, persönlichen Überzeugungen und emotionalen Haltungen. Diese körperlich-seelischen Verhärtungen entstehen in dem Versuch, sich vor dem erneuten Erleben schmerzlicher Gefühle zu schützen. Dies entspricht aber auch einem Rückzug von den Erlebnismöglichkeiten in der Welt. Insbesondere verringert sich die Fähigkeit eines Menschen, sich in Beziehungen einzulassen und zu gestalten. Indem man unangenehme Gefühle vermeidet, engt sich der Erlebnisraum ein und ein selbstbestimmtes Gestalten des eigenen Lebens wird unmöglich.

Bioenergetische Analyse hilft dabei, chronische Muskelanspannung zu entspannen, mit Affekten umzugehen, intime Körperlichkeit zuzulassen, sexuelle Schwierigkeiten zu heilen und neue, erfülltere Beziehungen aufzunehmen. Zärtlichkeit, Aggression, Selbstbehauptung – und deren Einfluss auf die Sexualität – werden in diesem Konzept als lebenserhaltende Kräfte angesehen. Bioenergetische Techniken richten sich auf die energetischen Aspekte des Individuums; Selbstwahrnehmung , Selbstausdruck und die Selbstkontrolle werden verbessert. Diese Techniken beinhalten Körperkontakt, die Arbeit mit Grenzen, das „Grounding“ und ein Verständnis von muskulären Spannungen als Indikation für somatischen und psychologischen Widerstand gegen vergangene Traumata. Ziel der Therapie sind Lebendigkeit und die Einheit von Körper, Seele und Geist.

 

Was geschieht denn nun praktisch ?

Der Therapie liest den Körper des Klienten und seine Verspannungen und lockert diese mit Hilfe körperlicher Dehnung bzw. Anspannungsübungen, Massagen mit Tiefenwirkungen sowie Atem und Raum. Dabei werden die in den Muskelpartien (vorzugsweise Oberschenkel, Unterbauch, Schultergürtel) gespeicherten Affekte frei und können therapeutisch verarbeitet werden. Umgekehrt kann auch in spezifischen emotionalen Zustände durch das Einnehmen von Körperhaltungen unterstützt werden. Die Übungen erinnern im weitesten Sinne an yogische Übungen werden aber viel länger gehalten und teilweise durch Berührungen sowie Trance-Techniken ergänzt. Zudem gibt es zu statischen Übungen auch dynamische Bewegungsübungen insbesondere im Laufen und Gehen. Dabei können Übungen sowohl in Einzelstunden wie auch gruppendynamisch durchgeführt werden.

 

Bei welchen Problemen ist eine Körperpsychotherapie sinnvoll ?

Das Empfinden, etwas im Leben ändern zu wollen, ist grundsätzlich ausreichend, um sich für eine Körperpsychotherapie zu entscheiden. Probleme mit Beziehungen und in der Sexualität, Ängstlichkeit, Einsamkeit, depressive Verstimmungen oder Angstzustände sind die häufigsten Gründe, eine Körperpsychotherapie zu machen. Depressive Verstimmungen können sich unter anderem durch Antriebslosigkeit, Niedergeschlagenheit oder dem Gefühl innerer Leere äußern. Auch der Wunsch, sich lebendiger zu fühlen, im Beruf voran zu kommen oder sich zu verändern, kann der Grund sein, eine Psychotherapie zu beginnen. Bei psychosomatischen Beschwerden oder Problemen, die den Bewegungsapparat betreffen (wie Fehlhaltungen oder chronische Verspannungen) geht es in der Therapie - über die Arbeit an den Symptomen hinaus - um die Entwicklung der ganzen Persönlichkeit.

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