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Wer kennt schon seinen Beckenboden ? Die meisten verbinden das eher mit Schwangerschaftskursen. Was ja an für sich nicht schlecht ist. Doch welchen immensen Einfluss der Beckenboden auf die Sexualität hat, das ist eher unbekannt. Obwohl auch in Schwangerschaftskursen darauf hingewiesen wird.

Was ist denn der Beckenboden ?

Grob gesagt: Der Beckenboden ist ein Muskelgeflecht, das das Becken nach "unten" hin abschliesst. Er hält die Organe im Inneren des Körpers und verbindet und verankert die Wirbelsäule. Er ist eher dem vegetativen Nervensystem zugeordnet. Die Anspannung und Entspannung geschehen eher unwillkürlich. Der Beckenboden selbst besteht aus verschiedenen Muskelschichten, der Aufbau unterscheidet sich nach verwendeter Literatur doch ganz schön und kann einem verwirren.

 

Äußerer Beckenboden

Der äußere Beckenboden ist am einfachsten zugänglich. Beim Harnlassen entspannen wir Ihnen und umgekehrt wenn wir anspannen stoppt der Harnstrahl. Teile sind wie eine 8 um den Scheideneingang bzw. Peniswurzel und den Anus gelegt. Im Yoga kennen wir diesen Teil als unterer Verschluss oder Mulla Bandha.

 

Mittlerer Beckenboden

Beim mittleren Beckenboden wird es schon schwieriger. Sie befindet sich über der äußeren und verbindet quer zu den Beckenknochen. In Übungen versuchen wir diese durch das Zusammenziehen der Sitzbeinhöcker anzusprechen. Der gefühlte Zugang kann man auch aus der Leiste heraus spüren. Als Mann kann man sich sicher sein ihn gefunden zu haben, wenn sich die Hoden leicht heben, denn der Hodenheber ist ein Teil des mittleren Beckenbodens. Bei Frauen wird die Scheidenspannung über den mittleren Beckenboden gehalten. Der Vaginismus oder Scheidenkrampf geht physiologisch auf eine zu hohe Spannung des mittleren Beckenbodens zurück. Das kann z.T. durch sexuelle Traumen oder Angstzustände ausgelöst werden.
 

 

Innerer Beckenboden

Der innere Teil des Beckboden ist auch der größte. Er ist die die Verbindung zwischen Bauchmuskulatur, Rückenmuskelatur und Hüftmuskulatur. Er bildet einen Synergismus mit dem Zwerchfel. Vibrationen über den Stimmapparat regen ihn an. Bei jeder Bewegung des Körpers kommt auch der innere Beckenboden mit ins Spiel.

Beim Einatmen spannt er sich mit an und wird beim Ausatmen entspannt. Bewusst angesprochen versucht man das Scham- bzw. Lustbein mit dem Steißbein zu verbinden. Das Training der innersten Schicht ist für den gesamten Körper und seiner Haltung am wirkungsvollsten. 

Welchen Einfluss hat der Beckenboden auf Sexualität ?

Einen großen. Nicht umsonst nennt man den Beckenboden auch den Lustmuskel. Während bei der Geburtsvorbereitung eher die Dehnung des Beckenbodens im Vordergrund steht, ist für die sexologische Betrachtung das Wechselspiel zwischen Anspannung und Entspannung interessant. Eine gute Durchblutung des Beckenbodens macht das Becken "warm" und fördert ein gewisses Kribbeln. Kurzum steigert physiologisch die Lust und damit auf natürliche Weise die Lubricatation und steigert die Erektion. Die achtsame Entdeckung des Beckenbodens fördert zudem noch die eigene Wahrnehmung - das Spüren und damit die Lustempfindung während des Liebesspieles.

Die uralte Diskussion um die richtige vaginale Größe der Frau gehört in das Mythenreich der Sexualität. Im Grunde hängt die Weite der Scheide von der Spannung des mittleren Beckenbodens ab. Diese wird über die Emotionalität bzw. die Bereitschaft zur phallischen Aufnahme gesteuert - kann aber auch gezielt geübt werden. Wie alle Muskelpartien ist der Beckenboden trainierbar. Und damit verbessern wir unsere Sexualität auf der physiologischen Ebene.

Ist der Beckenboden nur etwas für Frauen ?

 

Überhaupt nicht. Gerade für Männer ist das Training des Beckenbodens zur natürlichen Steigerung der eigenen Erektionsfähigkeit ein wunderbarer Weg auch im Alter ab 40 Lustlosigkeit und erektilen Problemen entgegen zu wirken. Schon der Erfinder der frühen Beckenbodenübungen Arnold H. Kegel entdeckte die positive Wirkung von Beckenbodenübungen bei erektiler Dysfunktion wie auch ejakulation praecox. Aber auch ohne Probleme stärkt das Training des Beckenbodens das männliche phallische Selbstbewusstsein.

Auch das Lustempfinden steigert sich, hängt doch am mittleren Beckenboden der G-Punkt des Mannes - die Prostata. Viele Männer lernen die Funktion diese leider erst nach einer Entfernung kennen. Die leidvollen Nebenwirkung durch Verletzung dieses Gewebebereiches durch Verlust der Erektion kann durch Beckenbodentraning teilweise wieder hergestellt werden.

Zusätzlich ist ein Trainieren des Beckenbodens sinnvoll bei Probleme des Harnganges bzw. beim Wasserlassen. 

Wie kann man den Beckenboden trainieren ?

Die ersten gezielten Übungen wurden vom Arnold H. Kegel entwickelt und nennen sich daher auch Kegeltraining. Im Grunde unterscheidet man zwischen gezielten Wahrnehmungs- und Körperübungen und Übungshilfsmittel. Bei den Hilfsmittel kennt man bei Frauen die Vaginalsonden bzw. Liebeskugeln deren Tragen den mittleren und äußeren Beckenboden stärken. Wir setzen allerdings eher auf die gezielten Übungen. Das sind yogische Übungen aber auch Körperübungen, die man aus der Gymnastik kennt. Wir arbeiten insbesondere mit der Beweglichkeit des Beckens aber auch mit gezielten Anspannungs- und Entspannungsübungen im Sitzen, Liegen und Stehen.

Im Soham-Training verbinden wir diese Techniken mit den meditativen. Aber auch in Einzelsitzungen arbeiten wir immer wieder mit dem Beckenboden. Erste motivierende Erfolge stellen sich meistens schon nach wenigen Übungseinheiten ein.

 

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